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04.04.2012 – Trostberger Tagblatt

Die Halsbacher können zulegen

Halsbach. Von Wolfgang Traup. Ein umfangreicher Rückblick, Ehrungen und der Ausblick auf das laufende Jahr standen im Mittelpunkt der Bürgerversammlung in der Gemeinde Halsbach. Thema waren auch die Versuche der rechten Szene, das ehemalige Gasthaus Gruber zu übernehmen. Dazu war Zwangsverwalter Dr. Thomas Krimmel nach Halsbach gekommen (wir berichteten).

Das Jahr 2001 „gehört zu den besten Jahren“, sagte Bürgermeister Georg Pfaffinger in Bezug auf die Zahl der Geburten und Eheschließungen. Denn die kleine Gemeinde im südlichen Landkreis Altötting hat insgesamt nur 973 Einwohner. Aber auch da machte Pfaffinger eine sehr positive Entwicklung aus. Schließlich zählten die Halsbacher noch 1980 lediglich 807 Einwohner. Den 15 Geburten stehen elf Todesfälle gegenüber.



Pfaffinger ging auch auf die 41 Kinder ein,, die im Kindergarten betreut werden und nannte 69 Kinder, die in drei Grundschulklassen in dem Schulgebäude in Halsbach unterrichtet werden. Im vergangenen Jahr konnte außerdem das neue Feuerwehrfahrzeug geweiht werden und im Baugebiet Moosen sind derzeit nur noch drei Bauparzellen frei verkäuflich: „Wir müssen uns langsam aber sicher Gedanken machen, wie und wo wir Bauland zur Verfügung stellen.“Aufgabengebiet auf die Kommune zugekommen, sagte der Bürgermeister: „Die Gemeinde betreibt seit Oktober 2011 die Gastwirtschaft mit zwei Angestellten.“ Dennoch seien die bisherigen Erfahrungen sehr gut. Jetzt gebe es in Halsbach wieder einen Ort der Begegnung.

In seinem Rückblick ging er auch auf das große Sportvereins-Jubiläum ein, er nannte das Maibaumaufstellen in Thalhausen und den Abschied des Leiters der Martinsbläser, Helmut Unterstein. Außerdem stehe in der VG nun ein Geschwindigkeitsmessgerät zur Verfügung.



Die personellen Veränderungen in der Verwaltung der Verwaltungsgemeinschaft Kirchweidach erklärte Geschäftsleiter und Kämmerer Markus Hansen. In seinem letzten Bericht in der Funktion als Kämmerer, diese Aufgabe hat seit Anfang April Markus Rottenaicher übernommen, ging Hansen auch auf die finanzielle Lage der Gemeinde mit den Zahlen aus dem Jahr 2011 ein. Er zeigte die Haupteinnahmen im Verwaltungshaushalt auf. Das sind einmal die Einkommensteueranteile (370 831 Euro), dann aber schon die Einnahmen aus dem Gasthaus „Mitterwirt“ (207 750 Euro), Schlüsselzuweisungen (187 412 Euro) und die Gewerbesteuer (155 581 Euro). Immerhin 27 630 Euro erlöste die Gemeinde aus der Stromproduktion ihrer Photovoltaikanlagen.



Bei den Ausgaben dominieren die Kreisumlage mit 287 617 Euro, die Ausgaben für das Gasthaus Mitterwirt mit 224 039 Euro, die Zuführung zum Vermögenshaushalt mit 211 405 Euro und der Kindergarten mit 125 475 Euro. Den Betrieb des Gasthauses „Mitterwirt“ sah Hansen trotz des geringen Defizits schon im ersten Rumpfjahr als einen vollen Erfolg an.



Die Einnahmen im Vermögenshaushalt werden finanziert durch die Entnahme aus den Rücklagen in Höhe von 209 630 Euro, durch die Zuführung aus dem Verwaltungshaushalt in Höhe von 211 405 Euro und die Veräußerung von Grundstücken in Höhe von 150 389 Euro.



Bei den Ausgaben dominiert das Projekt „Mitterwirt“ mit 502 342 Euro, weit vor den Anschaffungen für die Feuerwehr mit 224 973 Euro. Hansen bezifferte den Schuldenstand der Gemeinde Halsbach auf 861 307 Euro. Das bedeute rein rechnerisch stehe jeder der 937 Einwohner mit gut 825 Euro in der Kreide. Das sei zwar mehr als vergleichbare Kommunen im Landesschnitt. Dennoch seien in den Verbindlichkeiten auch 390 000 Euro für den Bau der Photovoltaikanlagen enthalten: Und das nannte Hansen „rentierliche Schulden“. Die restlichen etwa 470 000 Euro Schulden entfielen auf die Abzahlung des „Mitterwirts“. Insgesamt habe dieses Vorhaben Kosten von 2 435 000 Euro verursacht. Dass da schon jetzt nur noch Schulden in Höhe von 470 000 Euro geblieben seien, nannte Hansen angesichts der hohen Eigenleistung der Gemeindebürger „schon beachtlich“.

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