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22.11.2011 – Alt-Neuöttinger Anzeiger

Musikalischer Botschafter der Region  

Fulminantes Abschiedskonzert von Helmut Unterstein − Stehende Ovationen – Laudatio von Landrat Erwin Schneider

Halsbach. Von Rosi Spielhofer. "Bleibt so gut beieinander, ich wünsche Euch alles Gute für die Zukunft und ich danke Euch allen" − so verabschiedete sich Dirigent Helmut Unterstein am Samstagabend von den St. Martinsbläsern. Ein fulminantes Abschiedskonzert machte das musikalische Können der 46 Bläser und des Dirigenten deutlich und wurde mit stehenden Ovationen von den Zuhörern gewürdigt.

Es war ein emotionaler Abschied von Helmut Unterstein (70) in Anwesenheit vieler Ehrengäste aus der Region. In seiner Abschiedsrede, die er als den schwierigsten Part des Abends bezeichnete, erinnerte Unterstein an die 27 Jahre als Dirigent der St. Martinsbläser. Er gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Lachend, weil er sich um nichts mehr kümmern müsse, weinend, weil die aktive Zeit nun endgültig vorbei sei.

"Alle sind wegen Dir gekommen, lieber Helmut", sagte Bürgermeister Georg Pfaffinger. "Musik ist die Sprache des Herzens, Musik verzaubert uns und lässt uns innehalten. Ihr habt euch in der Region zu einem Klangkörper entwickelt, der seinesgleichen sucht. Danke für diese Leistung in unserem Lebensraum und alles Gute für die Zukunft", so Pfaffinger.

In seiner Laudatio ließ Landrat Erwin Schneider das Wirken von Helmut Unterstein Revue passieren und bezeichnete ihn als musikalischen Botschafter in der Region. "Der Name Helmut Unterstein bürgt für ehrliches musikalisches Können auf hohem Niveau." Bekannt für seinen Humor, merkte der Landrat an, dass die Halsbacher einen Fehler gemacht hätten. Denn wäre die Halle erst fünf Jahre später fertig geworden, wäre Unterstein vielleicht noch geblieben, da es für ein so großes Konzert sonst keine Möglichkeit gibt in Halsbach.

Michael Beck vom Referat für Kirchenmusik der Diözese Passau würdigte die unermüdliche Arbeit von Unterstein in der Region. Betraut mit der Aufgabe, Schüler auszubilden, habe er in 40 Jahren Großartiges geleistet. Für den Schritt, die St. Martinsbläser jetzt abzugeben, habe er vollstes Verständnis, so Beck.

Eine Pfarrei sei eine vielfältige Gemeinschaft, dabei sei die Kirchenmusik ein sehr wichtiger Bereich, sagte Pfarrer Michael Brunn. Unterstein habe dazu beigetragen, dass die Pfarrei lebendig ist, und habe unzählige Arbeitsstunden eingebracht. "Vergelt’s Gott für die vielfältige Arbeit, der Erfolg gibt Ihnen Recht. Es gibt wenig Gruppen, die in dieser Qualität Kirchenmusik machen", sagte Pfarrer Brunn.

Kirchenpfleger Georg Ertl erinnerte an die Gründung der St. Martinsbläser vor 27 Jahren. "Wir scheuten uns nicht, den besten Musiklehrer in der Region zu fragen, ob er bereit sei, in Halsbach eine Bläsergruppe auszubilden." Pfarrgemeinderatsvorsitzende Rosmarie Oberbuchner bezeichnete die Musik von Helmut Unterstein als Herzensangelegenheit. "Deine Musik ist uns zu Herzen gegangen, Du hast bei verschiedenen Anlässen immer den richtigen Ton getroffen." Als Zeichen der Dankbarkeit und Wertschätzung überreichte sie ein Lebkuchenherz mit der Aufschrift: "Lieber Helmut, Vergelt’s Gott für deine Musik".

Eine besondere Ehrung nahm Walter Steigthaler vom Musikbund Ober- und Niederbayern vor. Für Untersteins Verdienste für die Bayerische Blasmusik überreichte er die Verdienstmedaille in Diamant und eine Urkunde. Helmut Huber, Vorsitzender der St. Martinsbläser, erinnerte humorvoll an die Anfänge der Gruppe, als Unterstein sagte: "Aus Euch wird nie was, wenn Ihr so weitermacht. Nun sind 27 Jahre vergangen und aus uns ist doch was geworden. Es war eine gute Ehe, es gab viele schöne Stunden, aber auch nicht so schöne Stunden". Das Endergebnis könne sich sehen lassen. 46 ausgebildete Musiker im kleinen Dorf Halsbach sei eine einzigartige Leistung. Die Voraussetzungen, dass es mit dem neuen Dirigenten Helmut Vorbau auch so eine gute Ehe wird, seien gut.

"Musik – das ist mein Leben", diese Polka stand am Ende des Konzerts und spiegelte das ganze musikalische Wirken von Helmut Unterstein wider. Als dann das Konzert zu Ende war und nachdem der Meister selbst "Il Silencio" als Zugabe auf seiner Trompete gespielt hatte, übergab er den Taktstock an seinen Nachfolger Martin Vorbau, verbunden mit dem Wunsch für viel Freude und Erfolg. Und wie die Vorredner auch, dankte er seiner Ehefrau Maria, seine wertvollste Stütze in allen Lebenslagen. "Danke, dass Du mir für die Musik so viel Freiraum gegeben hast." Und ganz zum Schluss verabschiedete sich mit Tränen in den Augen ein jeder St. Martinsbläser persönlich mit einer weißen Lilie.

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Von allen Seiten erhielt Helmut Unterstein stehende Ovationen − für sein Abschiedskonzert ebenso wie für sein Lebenswerk.  − Fotos: Sepp Spielhofer
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Nachfolger Martin Vorbau (li.) hat nach dem Konzert den Taktstock von Helmut Unterstein übernommen.
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Eine hohe Auszeichnung nahm Helmut Unterstein von Walter Steigthaler (re.) vom Musikbund entgegen.

 


11.11.2011 – Alt-Neuöttinger Anzeiger

Dirigent Helmut Unterstein nimmt musikalisch Abschied  

Letztes Konzert als Leiter der St. Martinsbläser am 19. November – Nachfolger ist Martin Vorbau

Halsbach. Fast auf den Tag genau sind es 40 Jahre, die Helmut Unterstein als Musiklehrer und Dirigent in der Diözese Passau tätig ist. In diesen Jahren baute er 25 Bläsergruppen in der Region auf. Aushängeschild seines erfolgreichen musikalischen Schaffens im Landkreis sind bis heute die St. Martinsbläser Halsbach. Beim Abschiedskonzert am Samstag, 19. November, wird er die Gruppe zum letzten Mal dirigieren.

Helmut Unterstein absolvierte seine Ausbildung zum staatlich anerkannten Musiklehrer 1973 an der Fachakademie für Kirchenmusik in Regensburg. Er unterrichtete zehn Jahre lang an der Berufsfachschule für Musik in Altötting und 25 Jahre lang am König-Karlmann-Gymnasium in Altötting, leitete 18 Jahre lang das Werksblasorchester Gendorf sowie 15 Jahre den Kirchenchor in Unterneukirchen. Und daheim in Hub in der Gemeinde Garching betrieb er eine Landwirtschaft im Nebenerwerb.

Angefangen hat alles am 22. November 1971 in Unterneukirchen mit der Gründung der Christkönigsbläser. Es folgten die Piusbläser in Burgkirchen, danach Bläsergruppen in Alzgern, Engelsberg, Burghausen St. Konrad, Garching, Burgkirchen/Wald und Tyrlaching. Vor mehr als 25 Jahren wurden auf Initiative des damaligen Halsbacher Ortspfarrers Max Eckl und Kirchenpflegers Georg Ertl unter Leitung von Helmut Unterstein die St. Martinsbläser Halsbach gegründet. Was hier im Keller des Pfarrhauses in einer kleinen Gruppierung angefangen hatte, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer in höchster Perfektion spielenden kirchlichen Bläsergruppe. Mittlerweile zählt diese 46 Instrumentalisten, davon mehr als die Hälfte Frauen. "Die musikalische Hauptrichtung war immer die Kirchenmusik, aber auch weltliche Musik wie bayerisch-böhmische konzertante Musik gehört zum Repertoire, die beim Abschiedskonzert zu hören sein wird", sagt Unterstein.

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So kennt man ihn: Helmut Unterstein mit seiner Trompete. Am 19. November wird er zum letzten Mal die St. Martinsbläser dirigieren. – Foto: Spielhofer

Als Höhepunkt seiner musikalischen Karriere nannte Unterstein die Priesterweihe von Gerhard Auer 1981 in Rom, als er mit den Piusbläsern und dem Domchor aus Paderborn den Festgottesdienst musikalisch gestaltete. Bei der anschließenden Papst-Audienz auf dem Petersplatz wurde die Gruppe von Papst Johannes Paul II. persönlich begrüßt.

Höhepunkt mit den St. Martinsbläsern war eine Konzertreise nach Israel im Jahr 2001 mit drei Konzerten. Weitere Musikreisen führten an den Wörthersee, in die Toskana, in den hohen Norden ins Münsterland und nach Holland sowie heuer zur "Grünen Woche" nach Berlin. Zu den Höhepunkten vor Ort zählten das große Bezirksmusikfest im Jahr 2004 und die gemeinsamen Konzerte mit dem Halsbacher Kirchenchor in den Jahren 2007 und 2009.

"Kommt Zeit, kommt Rat", so kommentierte Unterstein die Frage, was nach seiner musikalischen Laufbahn kommt. Auf jeden Fall wird er weiterhin Trompete spielen und mehr Zeit haben für seine große Familie.

Das Abschiedskonzert von Helmut Unterstein findet in der Stockschützenhalle im Mitterwirt statt und beginnt um 19.30 Uhr. In der Pause wird eine kleine Bewirtung angeboten. Der Eintritt ist frei. - rs


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