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10.12.2011 – Alt-Neuöttinger Anzeiger

Bürgermeister Georg Pfaffinger: „Halsbach boomt“

Bilanz zur Halbzeit der Wahlperiode – Großprojekt Mitterwirt vollendet − Parkplätze und Fernwärme − Erneute Kandidatur offen

Halsbach. Von Rosi Spielhofer. Die Bilanz, die Bürgermeister Georg Pfaffinger (58) zur Halbzeit der kommunalen Wahlperiode zieht, lässt sich kurz zusammenfassen: Es waren drei Jahre Baustelle Mitterwirt/Turnhalle/Stockschützenhalle, zwischendurch wurde ein Löschfahrzeug für die Freiwillige Feuerwehr gekauft und es begann die Auseinandersetzung mit den Neonazis.

Seit der Wahl im März 2008 habe der Komplex Mitterwirt die anderen Themen überlagert. Alles, was sonst normalerweise im Tagesgeschäft gleich abgearbeitet werde, sei zurückgestellt worden. Jetzt, nach Fertigstellung und Eröffnung des Mitterwirts, würden all diese Dinge in Angriff genommen.

"Halsbach boomt" − Georg Pfaffinger zeigt sich stolz auf die Entwicklung der Gemeinde. Täglich sei Sportbetrieb neben dem Mitterwirt und das Gasthaus sei voll. "Dies war auch das Ziel aller Überlegungen, die Leute mit verschiedenen Sportinteressen in einer Begegnungsstätte zu bündeln", erzählt der Bürgermeister. Bisher gab es nur Fußball, begrenzt Stock- oder Schießsport und vereinzelte kleine Turngruppen behelfsmäßig in verschiedenen Räumlichkeiten. Nun ist Halsbach auch offen für den Breitensport mit vielen Sportangeboten wie Turnen, Badminton, Volleyball und ganz neu Spinning. "Ganz Halsbach sitzt auf den Rädern", bemerkt Pfaffinger lachend.

Aufgrund dieser sehr erfreulichen Resonanz hat die Gemeinde nun aber ein Problem. Wohin mit den vielen Autos? Die Parkmöglichkeiten am Mitterwirt und im Ort sind begrenzt. "Dies ist unsere nächste Hausaufgabe, es gibt bereits mehrere Überlegungen, wo neue Parkplätze geschaffen werden könnten, aber es ist noch nichts spruchreif", so der Bürgermeister.

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Bürgermeister Georg Pfaffinger vor dem neuen Mitterwirt, der in den vergangenen drei  Jahren das Geschehen in der Gemeinde dominiert hat.   – Foto: Spielhofer

 

Das neue Löschfahrzeug LF 20/16 für die Freiwillige Feuerwehr (FFW) sei dringend erforderlich gewesen, da das 30 Jahre alte LF 8 nicht mehr den technischen Anforderungen entsprochen habe. "Da hätte auch ein längerfristiger Aufschub im Hinblick auf den finanziellen Kraftakt für den Mitterwirt keinen Sinn gemacht", erklärt Pfaffinger. "Die FFW hat sich dieses Fahrzeug redlich verdient." Bei der Beschaffung hätten die Führungskräfte der Feuerwehr der Gemeinde viel Arbeit abgenommen. Sie hätten selbst geplant und entschieden, was technisch erforderlich ist. Auch zu den Kosten habe der Feuerwehrverein 35 000 Euro beigesteuert.

Mit Beginn der Legislaturperiode im Mai 2008 war Halsbach gleich mit einem großen Problem ganz anderer Art gefordert: Neonazis machten sich breit. Nach der großen Demonstration im Oktober 2008 mit 2800 Teilnehmern aus der Region war es knapp drei Jahre ruhig und "jetzt sind wir wieder sehr heftig damit konfrontiert. Einer meiner wirklich großen Wünsche ist, dass wir baldmöglichst nicht mehr dieses Problem haben. Es belastet mich persönlich und auch die Gemeinschaft", so Pfaffinger.

Erfreulich sei das Interesse an Baugrundstücken im Baugebiet Moosen. Vor zwei Jahren wurde der dritte Bauabschnitt gekauft und erschlossen. Mittlerweile stehe hier nur noch eine Parzelle zur Verfügung. Insgesamt gebe es in Moosen noch sechs Grundstücke. "Es ist schön, dass wieder Familien in Halsbach Wurzeln schlagen und sich hier eine Heimat schaffen", sagt Pfaffinger erfreut. "Was wir noch beackern müssen, ist die Nahwärme-Versorgung mit regenerativen Energien für die öffentlichen Gebäude. Dieses Thema haben wir ganz nach hinten geschoben."

Als berufstätiger Teilzeit-Bürgermeister ist Georg Pfaffinger seit 15 Jahren im Amt. Ob er bei der nächsten Kommunalwahl 2014 wieder kandidiert, lässt er offen und gesteht, dass er noch nicht darüber nachgedacht habe: "Bisher war es kein Thema und ich hatte auch keine Zeit dazu." Zunächst möchte er nach drei Jahren nahezu täglicher Arbeit auf der Baustelle − für ihn nach Feierabend − auch selbst in den Genuss der neuen Sportstätten kommen und regelmäßig Sport betreiben.

Seine Bürgermeister-Arbeit vergleicht er mit einer Lebensweisheit: "Die wahre Lebenskunst besteht darin, in den einfachen, alltäglichen Dingen das Wunderbare zu sehen. Unsere Gemeinschaft hat etwas geschaffen, wenn so etwas gelingt, ist das wunderbar."

 


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