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03.07.2010 – Alt-Neuöttinger Anzeiger

Neue Lebensader in der Landschaft

Biotopverbundprojekt mit dem Landschaftspflegeverband im Halsbacher Ortsteil Zeitlarn

Halsbach. Ein munter plätschernder Bach, ein Biotop am Waldrand mit Blick auf die herrliche Bergkulisse der Alpen. Dies ist keine Beschreibung aus einem alpinen Wanderführer, sondern diese Idylle liegt direkt vor der Haustür im Ortsteil Zeitlarn.

Schon lange war es der Wunsch von Familie Gallinger, den vor 35 Jahren unterirdisch verrohrten Wiesenbach wieder als Fließgewässer zu öffnen und einen Amphibienweiher anzulegen. Eine Anfrage auf Unterstützung bei Reinhard Klett, Geschäftsführer vom Landschaftspflegeverband Altötting, rief großes Interesse hervor. Zumal heuer das Thema „Kleine Fließgewässer“ ein Schwerpunkt im Landschaftspflegeverband ist. „Im Projektjahr „Bachneunauge“ im Rahmen der bayernweiten Aktion „Bayerns Ureinwohner“ engagieren wir uns bei mehreren Projekten im Landkreis Altötting bei der ökologischen Aufwertung kleiner Bäche“, erklärte Reinhard Klett im Gespräch.

Für die Umsetzung und Gestaltung für dieses Biotopverbundprojekt wurde vor Ort ein Konzept entworfen. Johann Bergmann rollte mit schwerem Gerät an und schuf damit den „Rohbau“ für den Bach und für das Biotop. Auf einer Länge von 150 Metern gestaltete dann die ganze Familie den Bach mit verschiedenen Naturmaterialien mit viel Liebe zum Detail aus. Abwechslungsreiche Zonen mit Steinen, Sand, Schlamm oder mit einer Baumwurzel geben dem Bach ein Stück lebendige Ursprünglichkeit. An der Mündung entstand ein Weiher mit Flachwasserzone in der Größe von 50 mal 20 Metern.

„Einen Lebensraum schaffen, Flora und Fauna kommen von allein“, erklärte Diplom-Biologe Klett das Anliegen des Landschaftspflegeverbandes. Schilf und Röhricht werden sich hier schnell ansiedeln, ebenso Gelbbauchunke, Laubfrosch, Libelle und sonstige heimische Amphibien und Insekten. „Der Quellsprung des Baches liegt auf 518 Metern, genau in gleicher Höhe wie der Chiemsee“, erzählte Richard Gallinger. „Gräben zu öffnen und damit Bächen zu neuem Leben zu verhelfen ist selten, es ist vorbildlich und vielleicht auch Anregung für andere Leute“, lobte Klett das Engagement der Familie Gallinger.

Im Sinne der Nachhaltigkeit wollen die Gallingers auf ihrer angrenzenden extensiven Wiese einen Energiewald mit schnell wachsenden Gehölzern für Hackschnitzel, beispielsweise Pappeln, anpflanzen. Auf Grund der hohen Bedeutung für den Naturschutz, wurde das Projekt über das bayerische Landschaftspflegeprogramm bezuschusst. Dabei kamen 50 Prozent aus Mitteln der Europäischen Union, 20 Prozent vom Freistaat Bayern und 30 Prozent aus Eigenmitteln vom Landschaftspflegeverband Altötting.

Bei einem Spaziergang an dieser neuen Lebensader in der Landschaft erkennt man sehr schnell, dass hier nicht nur ein neuer Lebensraum für Flora und Fauna, sondern auch für die Anwohner ein Stück Lebensqualität geschaffen wurde. - rs

biotop
In der sommerlichen Hitze eignet sich der Bach
auch für ein erfrischendes Fußbad.
Im Hintergrund das neue Biotop.
Die Initiatoren vorne von links:
Richard Gallinger, Diplom-Biologe Reinhard Klett
vom Landschaftspflegeverband sowie hinten von links:
Michael Gallinger und Johann Bergmann. (Foto: Spielhofer)

 


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