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19.08.2010 – Alt-Neuöttinger Anzeiger

Lerchenfenster im Getreidefeld

Zonen zum Schutz der Feldlerche - Bestand in Bayern gefährdet - Keine Förderung

Halsbach. „Mit wenig Aufwand viel erreichen“, so sieht Diplom-Biologe Reinhard Klett vom Landschaftspflegeverband Altötting das Projekt „Lerchenfenster“, das aus Naturschutzkreisen zum Schutz der Feldlerche ins Leben gerufen wurde. In einer Begehung seines Dinkelfeldes kurz vor der Ernte zeigte Bauer Sepp Rottenaicher aus Halsbach eines der 15 Fenster.

Die Feldlerche wird in Bayern in der Roten Liste als gefährdet mit 3 klassifiziert. So ist ein Rückgang des Bestandes in den vergangenen Jahren um über 50 Prozent zu beobachten. Für Naturschützer ein Alarmsignal und höchste Zeit zu handeln. Ein einfaches aber wirkungsvolles Projekt aus England wird seit ein paar Jahren auch hierzulande angewandt: Lerchenfenster.

Bei dieser Methode wird bei der Getreideaussaat die Sämaschine für einige Meter abgestellt. Dadurch entstehen etwa 20 Quadratmeter große Zonen ohne Aussaat, die Lerchenfenster. Je Hektar zwei Fenster, mindestens 25 Meter zum Feldrand und abseits von Fahrgassen sind vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) empfohlen. In diesen vor Fuchs und Katze gut versteckten Fenstern bauen die Vögel ihr Bodennest und können geschützt und ungestört brüten.

Auf dem Acker von Sepp Rottenaicher entstanden auf einer Fläche von 4,8 Hektar im Oktober vorigen Jahres 15 Lerchenfenster. „Dass die Feldlerche in der Roten Liste als gefährdet eingestuft wird, war für mich ausschlaggebend“, erzählte Rottenaicher im Gespräch. Sabine Finster, Naturschutzreferentin der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Altötting, lobte das Engagement des Bauern und betonte: „Es ist vorbildlich, dass so etwas gemacht wird. Es wäre schön, wenn sich viele andere Bauern dazu entschließen würden“.

Für Lerchenfenster gibt es kein Fördergeld und keine Auflagen, sie können in allen Getreidesorten angelegt werden. Es liegt an den Bauern, freiwillig etwas zum Vogelschutz beizutragen. Auch anderen Tieren bieten Lerchenfenster einen geschützten Lebensraum, beispielsweise Feldhase, Wachtel oder Goldammer. - rs

lerchenfenster
Sepp Rottenaicher (v.l.) zeigt Naturschutzreferentin Sabine Finster sowie Diplom-Biologe Reinhard Klett vom Landschaftspflegeverband, ein Lerchenfenster im Dinkelfeld. (Foto: Spielhofer)


 

 

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