... Presse ...

16.04.2010 – Alt-Neuöttinger Anzeiger

Der malende Pfarrer aus Halsbach

Ausstellung im Kößlarner Kirchenmuseum präsentiert die Kunst von Joseph Karl Nömaier

Kößlarn/Halsbach. Das Kirchenmuseum Kößlarn ist um eine Attraktion reicher. Im neuen Raum für Sonderausstellungen ist eine Ausstellung dem malenden Pfarrer Joseph Karl Nömaier gewidmet. 
Zur Eröffnung begrüßte Pfarrer Gottfried Werndle insbesondere Maria Schnall, die mit ihrer Facharbeit das Fundament für die Sonderausstellung gelegt habe, Dr. Ludger Drost als Organisator der Ausstellung und Elisabeth Entholzner als „gute Seele“ des Kirchenmuseums. Als Gäste aus Halsbach, dem Geburtsort von Joseph Nömaier, hieß er die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Rosemarie Oberbuchner, 2. Bürgermeister Sebastian Oberbuchner und Theaterautor Martin Winklbauer willkommen. Er bedankte sich bei den Organisatoren und allen Helfern für das Gelingen der Ausstellung, durch die das Anliegen von Pfarrer Nömaier „Schaut mir auf mein Bayerlandl!“verwirklicht werde.

Maria Schnall (19), Abiturientin am Pockinger Wilhelm-Diess-Gymnasium, führte in einem Referat, unterstützt mit Bildern der Ausstellung und eigenen Fotos, in die Sonderausstellung ein. Dabei umriss sie das Leben des am 6. August 1831 in Halsbach als Lehrerssohn geborenen Joseph Karl Nömaier. Dieser sei nach der Priesterweihe im Jahre 1854 in den Pfarreien Zeilarn und Erlbach tätig gewesen, bis er 1878 die Pfarrei Kößlarn übernahm, in der er 33 Jahre lang als Seelsorger, aber auch als Autor und Spielleiter von Volksschauspielen und eben auch als Zeichner und Maler wirkte.

noemaier_bild
Die Pfarrkirche von Halsbach vor 1885 auf einem Bild von Joseph Karl Nömaier. (Foto: Thuringer)

Gestorben ist Pfarrer Nömaier am 12. Dezember 1912 in Altötting. Von seinem Nachlass sei nichts bekannt, bedauerte die Referentin, die sich im Rahmen ihrer Facharbeit intensiv mit dem malenden Pfarrer auseinandergesetzt hat. Die Freiluftmalerei des jungen Nömaier bezeichnete sie als natur- und detailgetreu. Im späteren Verlauf seines Schaffens, das Parallelen zur Münchner Landschaftsmalerei aufzeige, seien impressionistische Einflüsse erkennbar. Am Beispiel des Ölbildes von einer Fronleichnamsprozession in Kößlarn erläuterte sie die Genremalerei Nömaiers. Bei ihren Nachforschungen im Raum Burgkirchen a. d. Alz, Halsbach und Margarethenberg sowie in Kößlarn habe sie auch den historischen Wert dieser Bilder erkannt. So sei die gotische Kirche in Halsbach am Ende des 19. Jahrhunderts durch einen neuromanischen Kirchenbau ersetzt worden. Sie habe selbst durch eigene Fotoaufnahmen vieles von Pfarrer Nömaiers „Bayerlandl“ entdeckt, resümierte Maria Schnall. 
Geöffnet ist das Kirchenmuseum in Kößlarn am Donnerstag, Samstag und Sonntag jeweils von 13 bis 16 Uhr. - bu


<< zurück zum Archiv