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23.05.2009 – Alt-Neuöttinger Anzeiger

Großes Bedauern über Weggang von Pfarrer Werndle

Wechsel zum 1. September in den Pfarrverband Kößlarn/Malching - „Wahl nicht leicht gefallen“

pfarrer_werndleHalsbach/Margarethenberg. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Mitteilung von Pfarrer Gottfried Werndle über seinen Wechsel in den Pfarrverband Kößlarn/Malching zum 1. September. Bedauern in höchstem Maße über den Weggang der absoluten Vertrauens- und Respektperson, des im Laufe der Zeit zu einer Institution gewordenen Pfarrers Werndle ist derzeit von allen Seiten im Pfarrverband zu hören.

„Die Wahl zwischen Bleiben und noch einmal Aufbrechen ist mir gewiss nicht leicht gefallen“, erzählte Pfarrer Werndle der Heimatzeitung. Als er 1997 seinen Dienst in Halsbach und Margarethenberg antrat, wusste er schon, dass dies möglicherweise nicht seine letzte Stelle ist. Da ein Pfarrer bis zum 70. Lebensjahr seinen Dienst verrichten soll, sofern es die Gesundheit erlaubt, wären es dann 23 Jahre gewesen. Eine sehr lange Zeit. In den Anfangsjahren stand dieser Gedanke im Hintergrund. „Wenn man nun das „magische Alter“ um die 60 Jahre erreicht, muss man überlegen“, sagte er. Natürlich hat man eigene Vorstellungen und man sieht sich die Ausschreibungen im Amtsblatt an, ob vielleicht eine passende Pfarrstelle dabei ist. Heuer nun, Mitte April, entschloss sich Werndle nach reiflicher Überlegung, sich um die Stelle im Pfarrverband Kößlarn/Malching mit etwa 2700 Pfarrangehörigen zu bewerben. Vor gut einer Woche erhielt er die Zusage, dass ihm Bischof Wilhelm Schraml diesen Pfarrverband mit Wirkung zum 1. September verliehen hat.

Bis dahin versieht Werndle seinen Pfarrdienst wie bisher. Sicherlich wird ihn der bevorstehende Umzug beschäftigen, zudem sind Renovierungsarbeiten im Pfarrhof Kößlarn erforderlich. Die ersten drei Wochen im August verbringt er seinen bereits im Januar geplanten Urlaub. Am Sonntag, 30. August, wird er seine letzten Gottesdienste in den Pfarreien halten. „Danach kommt der Pfarrverband Halsbach, Margarethenberg und Burgkirchen zum Tragen. Wie sich dies im Einzelnen gestaltet, ist sicherlich erst in den nächsten sechs bis acht Wochen spruchreif“, sagt Werndle (mehr dazu siehe Bericht unten).

Als jüngstes von neun Kindern wuchs Gottfried Werndle in Waitzgraming in der jetzigen Gemeinde Unterneukirchen auf. Gerne erinnert er sich an den Religionslehrer, der ihn ermunterte, ein Gymnasium zu besuchen. „Sonst wäre ich wahrscheinlich ein Maurer geworden“, erzählte er humorvoll. Nach dem Abitur 1971 am Kurfürst-Maximilian-Gymnasium in Burghausen begann er ein Philosophie- und Theologiestudium in Passau und trat ins Priesterseminar ein. 1977 erhielt Werndle die Priesterweihe und feierte Primiz in seiner Heimatpfarrei Burgkirchen/Wald. Die erste Kaplanstelle war von 1977 bis 1983 in Vilshofen. Er wechselte in den Pfarrverband Münchsdorf/Thandorf/Roßbach, dann folgte 1997 der Pfarrverband Halsbach/Margarethenberg. Mit dem bevorstehenden Wechsel nach Kößlarn schließt sich nun der Kreis und er landet wieder in seinem geliebten Niederbayern, wo auch seine seelsorgerische Laufbahn begann. 
„Ich war gerne hier und bin sehr dankbar für die vielen Menschen, die ich kennen lernen durfte, für die schönen Begegnungen, Gespräche und Feste, für die konstruktive Zusammenarbeit und für das entgegengebrachte Wohlwollen und Vertrauen“, so der Pfarrer sichtlich bewegt. Obwohl er mit Bedauern geht, freut er sich dennoch auf die neue Herausforderung.

Auch für die langjährige Pfarrhaushälterin Marianne Hartl ist dieser Ortswechsel ein neuer Aufbruch. Sie zieht mit dem Pfarrer nach Kößlarn. Gesellschaftlich fest in Halsbach integriert, heißt es auch für die Marianne Abschied nehmen. Durch ihre Zuverlässigkeit und unkomplizierte Art gestaltete sie den Halsbacher Pfarrhof als stets gastfreundliches Haus. - Rosi Spielhofer

WIE GEHT ES WEITER IN HALSBACH UND MARGARETHENBERG?

Zum Thema Pfarrverband Halsbach, Margarethenberg, Burgkirchen erklärte auf telefonische Anfrage Dekan Franz Aicher, dass der Verband erst mit dem Weggang von Pfarrer angedacht sei und es deshalb jetzt noch kein fertiges Konzept gibt. Wer den Burgkirchener Pfarrer Michael Brunn unterstützt und ob es dann einen pastoralen Mitarbeiter gibt, liegt in der Entscheidung des Personalreferenten der Diözese Passau. „Wenn der Pfarrverband kommt, müssen Pfarrgemeinde und alle Menschen umdenken, selbst anpacken und überlegen, wie man die Ortskirche lebendig halten kann“, betonte Aicher.

Der 35-jährige Pfarrer Michael Brunn sieht in dem neuen Pfarrverband eine große Herausforderung. Mit Sicherheit wird er kein „Einzelkämpfer“ sein, sondern mit einem Pastoral-Team die dann insgesamt 7500 Katholiken betreuen. Da er als hauptamtlicher Pfarrer nicht immer vor Ort sein kann, ist ehrenamtliches Engagement unerlässlich. „Es wird ein Weg sein von der versorgten Gemeinde zur sorgenden Gemeinde“, sagte Pfarrer Brunn im Gespräch und fügte seine Sichtweise hinzu: „Erst schaun was da ist, das Gute bewahren und das was geändert werden sollte in einem guten Prozess verändern“.

Für die Kirchenpfleger Georg Ertl und Martin Burggraf sowie für die Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Rosmarie Oberbuchner und Dr. Josef Haider kam die Mitteilung nicht ganz so überraschend. Durch die Empfehlung des Priesterrates nach zehn bis 15 Jahren die Pfarreien zu wechseln, befürchteten sie schon seit längerer Zeit diesen Schritt des Pfarrers. Betroffen und bedauernd äußerten sich die Instanzen der Pfarreien. Man müsse die Entscheidung akzeptieren und respektieren und man sollte Werndle bekräftigen für seine kommenden neuen Aufgaben. Kirchenpfleger Martin Burggraf möchte in einem gemeinsamen Termin in Passau klären, ob der neue Pfarrverband mit Burgkirchen tatsächlich in Kraft tritt und wie er ausgestaltet wird, beispielsweise Besetzungsstärke oder Art der Besetzung. Zudem geht er davon aus, dass die laufenden Projekte in Margarethenberg fort geführt und die wichtigsten zusammen mit Pfarrer Werndle abgeschlossen werden können. Georg Ertl hofft, dass die Liegenschaften in Halsbach, wie Kindergarten, Pfarrheim und die Nebenkirchen in Neukirchen und Schupfing weiterhin so verwaltet werden können wie bisher. Dr. Josef Haider befürchtet, dass es möglicherweise keine regelmäßigen Gottesdienste mehr gibt und dass darunter sicherlich der Zusammenhalt in den Pfarreien leidet. Er würde es sehr begrüßen, wenn vermehrt Laien in Form von Wortgottesdienst-Leitern mit eingebunden würden.

Ein großes Anliegen der befragten örtlichen Verantwortlichen einschließlich Pfarrer Werndle ist die Erhaltung des Pfarrbüros in Halsbach mit Sekretärin Anna Leitl als Anlaufstelle für die Halsbacher und Margarethenberger Angelegenheiten. Rosmarie Oberbuchner ist in Sorge, dass möglicherweise der schöne, renovierte Pfarrhof in Halsbach künftig leer steht. „Das wäre sehr schade“, sagte sie.  - rs

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