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30.06.2009 – Alt-Neuöttinger Anzeiger

Panduren boten farbenprächtiges Spektakel  

Einzug des historischen Trosses der Waldbühne Halsbach vor rund 800 Zuschauern auf dem Stadtplatz

panduren_bgh2_09Burghausen. „Stoßen wir auf ein friedliches Europa und auf die Freundschaft an“! Mit dieser Botschaft verabschiedeten sich die Panduren der Waldbühne Halsbach, allen voran Martin Winklbauer, aus der Stadt Burghausen. Musikalisch unterstrich den Freundschaftsgedanken die Europahymne, gespielt vom Trenck’schen Pandurenorchester aus Kroatien.

Als die Panduren am Sonntagabend auf den Stadtplatz einzogen und der stattliche Oberst Franz Freiherr von der Trenck (Martin Winklbauer) mit seinen Gefolgsleuten die Übergabe der Stadt forderte, durften sich die Zuschauer in das Jahr 1740 zurückversetzt fühlen. Um die Stadt vor Brandschatzung und Plünderung zu bewahren, verhandelte in einer Szene der Bürgermeister, gespielt von Ordnungsamtleiter Martin Hinterwinkler, mit den Furcht erregenden kroatischen Panduren. Nach teils heiteren, teils ernsten Dialogen konnten sich die Parteien einigen und am Ende des Spiels standen die Theaterleute als Botschafter des Friedens und der Verständigung auf der Bühne.

Dieses farbenprächtige Spektakel verfolgten etwa 800 Zuschauer. Bürgermeister Hans Steindl war restlos von den Leistungen der Schauspieler überzeugt und meinte: „Keiner kann diesen Trenck besser darstellen als Martin Winklbauer.“ Dieser resümierte: „Der Pandurenzug war ganz große Klasse. Die Gruppe war gut aufgestellt, die Logistik hat gut geklappt, auch die Planung für die Unterbringung und Versorgung der Pferde“. Burghausen sei ein schöner Abschluss mit einer super Stimmung. Besonders gefreut haben Winklbauer die vielen Schaulustigen auf dem Stadtplatz - und dass der Dauerregen beim Einmarsch eine Pause machte.

Ein großer Dank ging an die 25 jungen kroatischen Musiker, die vier Tage lang als grandiose Botschafter von Kroatien im bayerisch-österreichischen Grenzraum unterwegs waren. Die Freude über den Erfolg, ob in Engelhartszell, Passau, Schardenberg, Obernberg, Altheim und schließlich Burghausen lässt die Panduren schon an den nächsten Zug denken. Martin Winklbauer: „Es war sicher nicht der letzte Pandurenzug“. Zwar nicht gleich im nächsten Jahr, aber irgendwann machen sich die Theaterleute der Waldbühne Halsbach wieder auf den Weg zur Völkerverständigung über die Grenzen hinweg. - Rosi Spielhofer


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16.06.2009 – Alt-Neuöttinger Anzeiger

„Das Vermächtnis“ gibt Anlass zum Nachdenken 

Schicksal des Kriegsdienstverweigerers Franz Jägerstätter eröffnet Theatersaison in Halsbach

vermaechtnisHalsbach. „Du rufst mich im Dunkel dieser Zeit. Zu Dir hin will ich gehn, ich bin bereit“, so begann das gemeinsame Lied der Darsteller am Ende des Bühnenstücks „Das Vermächtnis“. Mit dem schwierigen und anspruchsvollen Thema des Widerstands gegen den Nationalsozialismus startete die Waldbühne in die neue Theatersaison.

„Seit 1986 begleitet uns das Schicksal des Kriegsdienstverweigerers Franz Jägerstätter auf der Bühne. Er schwamm gegen den Strom der Zeit und wurde dafür mit dem Tode bestraft. Hier geht es nicht darum zu urteilen, sondern um darüber nachzudenken“, sagte Martin Winklbauer in seiner Begrüßung. Der Energieturm der Waldbühne bot für dieses ergreifende Stück eine besondere Atmosphäre. Umgewandelt in eine Theaterbühne präsentierte sich das Innere des Turmes als großer Rundsaal. Darsteller und Zuschauer waren sich sehr nahe.

Die Handlung zeigt den jahrelangen Gewissenskampf des im christlichen Glauben fest verwurzelten Franz Jägerstätter und seinen Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Auch seine Frau Franziska unterstützte ihn, obwohl sie sich der Konsequenzen bewusst war. Die beiden Hauptrollen der Jägerstätters spielten Luise und Wolfgang Antwerpen, die auch im wirklichen Leben ein Ehepaar sind. In den weiteren Rollen überzeugten teilweise in Doppelrollen neben Martin Winklbauer bestens bekannte Akteure der Waldbühne.

Das Gespräch mit dem Bischof könnte als Schlüsselszene gelten. Wie soll er, fragt Jägerstätter, ein Soldat Christi und gleichzeitig ein Soldat des Nationalsozialismus sein? „Wie hätte Christus gehandelt? Darf ich die Wahrheit verleugnen“? Überredungsversuche des Bischofs für den Kriegsdienst scheiterten. Jägerstätter entschließt sich endgültig: „Ich werde den Kriegsdienst verweigern“ Abtransportiert nach Berlin/Brandenburg folgte wegen Wehrkraftzersetzung das Todesurteil, das Warten in der Todeszelle und die Vollstreckung. Mit ins Stück eingebaut war das Verlesen der ergreifenden Briefe Jägerstätters an seine Familie, auch die letzten Grüße vor seiner „letzten Reise“.

Mittels einfacher Requisiten wurden die Zuschauer in die verschiedenen Handlungsorte versetzt. Sei es die heimische Bauernstube, das Rekrutierungslager oder die Gefängniszelle.
Sicherlich rief bei einigen Anwesenden die Thematik viele schreckliche und angsterfüllte Erinnerungen an das Dritte Reich wach, die durch Einspielung von Original-Aufnahmen von NS-Propaganda noch verstärkt wurden. Nach einem lang anhaltenden Schlussapplaus verließen die ergriffenen Zuschauer sehr still und nachdenklich den Energieturm auf der Waldbühne. - Rosi Spielhofer

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