... Presse ...

27.07.2009 – Alt-Neuöttinger Anzeiger

Halsbach feiert Theater mit Theater

25 Jahre Waldbühne: Viel Prominenz, viel Erfolg und viele Inszenierungen - Bis August täglich: „Das Schwarze Jahr“

Halsbach. Auf das „Waldbühnen-Unterholz-Kanapee“ auf der Bühne wurden sie gebeten, die nationalen und internationalen Ehrengäste vermischt mit den Halsbacher Theaterleuten beim Festakt zum 25-jährigen Jubiläum des Theaterstücks „Das Schwarze Jahr“.

Es war ein heiterer, abwechslungsreicher und informativer Festakt, ohne Ansprachen. Sozusagen ein Theater im Theater, mit Rückblick auf 25 Jahre Kulturarbeit auf dem Land des Theaterbauern Martin Winklbauer vom Spielhof in Halsbach. Angefangen mit einem Treffen der vier Querdenker von einst, Simon Maier, Franz Blüml, Georg Pfaffinger und Martin Winklbauer, als sie vor 25 Jahren ohne Mittel, ohne Geld und ohne Organisation die Weichen stellten für „Das Schwarze Jahr“.

Drei Säulen tragen 
die Struktur

Moderiert von Halsbachs Bürgermeister Georg Pfaffinger zeigten verschiedene Szenen aus einigen Theaterstücken die Vielseitigkeit, Tiefgründigkeit und Genialität von Martin Winklbauer als Schauspieler und Autor. Ob „Acheza“, begleitet mit Harfenspiel und Tanz der zauberhaften Waldelfen, „Bauer in der Kutte“, „Goggolori“ „Heislahoizat“ oder „Das Vermächtnis“, zu jedem Stück gibt es eine eigene Geschichte. Der Theaterchor Halsbach sang Auszüge aus der neuen Operette „Baron Trenck der Pandur“. Und das Trenck’sche Pandurenorchester aus Kroatien setzte musikalisch internationale Akzente. In den Gesprächen gab es auch viel Information über den Verlauf der Struktur des Theaters. Heute tragen drei Säulen den Theaterbetrieb. Der Förderverein Landvolktheater, das Kuratorium mit hochkarätigen Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Kirche, Banken und Juristen sowie die Waldbühne GmbH.

Die Generalkonsulin der Republik Polen, Elzbieta Sobotka, bezeichnete Martin Winklbauer als großen Zauberer und Erzähler im Zauberwald und überreichte ihm ein Pegasus-Diplom und eine Pegasus-Skulptur. „Pegasus“ sei Quelle und Symbol, der künstlerischen Inspiration sagte sie und dankte dem Zauberer für seinen Beitrag zur internationalen künstlerischen Bildungsarbeit. Als „bester Schauspieler unter den Bürgermeistern“ und „bester Bürgermeister unter den Schauspielern“ erhielt Georg Pfaffinger von der Konsulin ebenfalls ein Pegasus-Diplom. Natürlich auch für seine Verdienste um den internationalen Dialog der Kulturen. An einem niveauvollen Interview versuchte sich der einfache Halsbacher Bauernbub Simon Maier und hoffte, dass es locker ausschaut, als er mit Professor Hans-Jürgen Tabel von der ländlichen Akademie Krummhörn in Ostfriesland redete. Durch den regen Kulturaustausch des Halsbacher Theaters und der politischen Gemeinde sind in den vergangenen Jahren Partnerschaften und Freundschaften mit Kroatien, Tschechien und Polen entstanden. Dies betonten auch die Vertreter dieser Länder verbunden mit Gratulationen zum Jubiläum und dem Wunsch, diese Völkerverständigung aufrecht zu erhalten und zu vertiefen.

Für den „Jubilar“ Martin Winklbauer war es ein beeindruckender Abend mit vielen Erinnerungen, Begegnungen und Gesprächen. „Ich schaue mit großer Dankbarkeit zurück. Es war und ist eine schöne Zeit mit schönen Erlebnissen und Eindrücken“, sagte er gestern der Heimatzeitung. Für ihn sei es eine große Ehre, dass so viel Prominenz anwesend war. „Wir haben für uns alle etwas Schönes gemacht“, resümierte Winklbauer und freute sich über den gelungenen Abend.

Den Schlusspunkt des Festtages setzte das Geburtstagskind, das historische Schauspiel „Das Schwarze Jahr“. Immer wieder aufs Neue fasziniert die Geschichte einer angesehenen Halsbacher Schmiedfamilie in den Wirren der Raubzüge der Panduren im Jahr 1743. - Rosi Spielhofer

schwarze_jahr_02
Die Weichensteller für „Das Schwarze Jahr“: (v.l.) Martin Winklbauer, Simon Maier, Franz Blüml, Georg Pfaffinger.
schwarze_jahr_01
„Das Schwarze Jahr“ ist auch nach 25 Jahren attraktiv. Hier eine Schlüsselszene, als die junge Schmiedin (Luise Antwerpen) den stolzen Oberst von der Trenck (Martin Winklbauer) um Gnade für ihre Familie anfleht. (Fotos: Spielhofer)

... Kommentar ...

So gesehen - Infiziert vom Halsbach-Virus

Von Christl Kossack
. Mexikogrippe, Schweinegrippe, H1/N1-Erreger! Ein und derselbe Erreger, drei unterschiedliche Namen und täglich neue Ansteckungsfälle in Deutschland. Weitaus weniger gefährlich, weil dieser die Gesundheit nicht beeinträchtigt, sondern sogar zu mehr Wohlbefinden beiträgt, ist der hochansteckende Virus, der vornehmlich im Landkreis, aber immer öfter auch europaweit grassiert, der so genannte Halsbach-Virus, oder auch Waldbühnen-Virus, in Medizinerkreisen auch als „virus theatri silvestris“ bekannt.

Erste Fälle von Infektion traten schon vor 25 Jahren auf, als ein gewisser Martin Winklbauer, Landwirt von Beruf, seine Berufung zum Stückeschreiber entdeckte und mit seinem ersten Werk „Das Schwarze Jahr“ eine landkreisweite Halsbach-Virus-Epidemie auslöste. Einmal infiziert, bekommt man diesen Virus ein Leben lang nicht mehr los. Wie sonst ließe es sich erklären, dass inzwischen ganze Generationen von Laiendarstellern aus Halsbach und Umgebung ihre Freizeit auf der Waldbühne verbringen. Hier sind sie zuhause, auf den Brettern, die für sie ihre Welt bedeuten, spielen sie auf höchst beeindruckendem Niveau ihre eigene Vergangenheit. Die Zuschauer sind begeistert, sie kommen in Scharen in den geheimnisvollen Wald und lassen sich infizieren vom Theatervirus, lassen sich entführen in eine Welt, die nicht selten auch die ihrer eigenen Vorfahren war.
Wenn Kulturarbeit definiert wird als gesellschaftlicher und ästhetischer Gestaltungsprozess, dann werden die Halsbacher und allen voran Martin Winklbauer diesem Anspruch seit 25 Jahren mehr als gerecht.


... Presse ...

13.07.2009 – Alt-Neuöttinger Anzeiger

Operette „Baron Trenck der Pandur“ - großartig

Halsbach/Burgkirchen. „Kommen Sie mit uns nach Slawonien, auf das Landgut von Baron Trenck“, so begrüßte Martin Winklbauer die Operettenfreunde bei der Premiere des neuen Musikprojekts der Waldbühne „Baron Trenck der Pandur“ im Bürgerzentrum in Burgkirchen.

Es war eine rundum gelungene Premiere. „Einfach großartig“, war von begeisterten Zuschauern zu hören, musikalisch perfekt präsentiert vom Theaterchor Halsbach und dem fünfköpfigen Salonorchester „Primavera“ mit Querflöte, Klarinette, Violine, Kontrabass und Klavier unter Leitung von Alois Rottenaicher. „Der Chor hat eine Qualität erreicht, die sich überall hören und sehen lassen kann, die weit und breit ihresgleichen sucht“, äußerte Dirigent Rotten
aicher nach dem Schlussakkord.

„Es gehört zu den schönen Momenten im Leben, die Zuschauer zur Begeisterung zu bringen und dann zu sehen, es ist angekommen“, freute sich Autor und Regisseur Martin Winklbauer. „Stimmung grandios, Riesenspaß auf der Bühne, Mannschaft super“, so fasste er die Premiere auf Nachfrage der Heimatzeitung zusammen. Die Solisten Leena Marja Varpio als Hofdame Lydia und Sebastian Schmid als Baron Trenck passten wunderbar in die Truppe. Diese Besetzung der Hauptrollen konnte nicht besser sein. Voll des Lobes war Winklbauer auch für die regionalen Solisten. Maria Rottenaicher aus Kirchweidach als Braut Marizza aus dem Theaterchor Halsbach hatte den Mut, mit ihrer Sopranstimme einen Solopart zu übernehmen. Ihr zur Seite stand souverän Bassbariton Klaus Hofbrückl aus Töging als Bräutigam Nikola. „Alois Rottenaicher hat den Chor in Topform gebracht und das Orchester meisterhaft geführt“, resümierte Winklbauer.

Die Operette wegen des unbeständigen Wetters von der Waldbühne ins Bürgerzentrum zu verlegen, war eine richtige Entscheidung. Winklbauer dankte der Gemeinde Burgkirchen, die dafür den großen Saal kurzfristig zur Verfügung gestellt hatte.

Die Panduren und Trenck sind heuer das Hauptthema der Waldbühne, denn das Theaterstück „Das Schwarze Jahr“ hat 25-jähriges Jubiläum. Seit einigen Jahren besteht ein freundschaftlicher Kontakt nach Kroatien, wo die Geschichte der Panduren begann. Mit der Trenck-Operette will Winklbauer auch musikalisch an dieses Thema anknüpfen. - Rosi Spielhofer

trenck_03
Szene aus der heiteren Operette (v. li.): Hofdame Lydia (Leena Marja Varpio) verhandelt geschickt mit Baron Trenck (Sebastian Schmid) und dem Anführer der räuberischen Hajducken (Martin Winklbauer). (Foto: Spielhofer)
rottenaicher
Dirigent und musikalischer Wegbereiter:
Alois Rottenaicher. (Foto: Spielhofer)

<< zurück