... Presse ...

30.09.2009 – Alt-Neuöttinger Anzeiger

„Grüaß God“ für Jose Chelengara aus Indien    

Festgottesdienst zur Begrüßung - Pfarrhaus bezogen - Fanclub aus Norddeutschland angereist

Halsbach. Mit einem bayerischen „Grüaß God“ begrüßte Pfarrgemeinderatsvorsitzende Rosmarie Oberbuchner Pfarrvikar Dr. Jose Chelengara am Sonntag beim Festgottesdienst zu Erntedank. In der nahezu voll besetzten Pfarrkirche St. Martin gaben musikalisch die St. Martinsbläser und der Kirchenchor einen festlichen Rahmen.

Diese neue Aufgabe sei ein großer, mutiger Schritt. „Aufgabe“ heißt auch etwas aufgeben. Chelengara habe seine Heimat, Familie, Freunde, Kultur und Sprache aufgegeben. „Mit Offenheit, Vertrauen und gutem Willen wollen wir Ihnen die Hände reichen“ sagte Oberbuchner und überreichte einen Strauß mit Sonnenblumen. „Die vielen Sonnenblumen strahlen Sie an, so wie Sie immer ein strahlendes Lächeln auf dem Gesicht haben“, war sie überzeugt, dass er damit auch die Herzen der Halsbacher erobere. Sie wünschte dem Pfarrer viele sonnige Tage in Halsbach, dass er sich schnell einlebt und mit Mut, Kraft und Geduld seine Arbeit aufnimmt.

Kirchenpfleger Georg Ertl wünschte dem Pfarrer viel Freude bei der Ausübung seiner seelsorgerischen Aufgaben im neuen Pfarrverband Burgkirchen und überreichte ihm eine kleine finanzielle Starthilfe. 
„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, so Bürgermeister Georg Pfaffinger. Diesen Zauber wünschte er Jose Chelengara und den Halsbachern für die kommende gemeinsame Zeit und überreichte das Halsbacher Heimatbuch „Unterwegs“. „Wir sind alle ein Stück unterwegs, es passt gut zu unserem Leben“, sagte er.

Chelengara_01
Beim Kirchenzug wurde Jose Chelangara (Mitte) begleitet von Joseph Oliparambil (rechts), einem Mitbruder aus Indien (links) und von den Erstkommunionkindern mit Blumen.
Rechts Pfarrgemeinderats-Vorsitzende Rosmarie Oberbuchner und Kirchenpfleger Georg Ertl. (Foto: Spielhofer)

Als Begleiter beim Festgottesdienst waren derzeit in Rom studierende Mitbrüder aus Indien und Landsmann Dr. Joseph Oliparambil aus dem Pfarrverband Haiming-Niedergottsau anwesend. Oliparambil war zum ersten Mal in Halsbach und hat sich die neue Wohnstätte von Pfarrer Jose angeschaut. Es sei ein lebendiger Pfarrverband mit begeisterten Christen, ist er überzeugt. „Gott möge Dich und Deine Gemeinden begleiten“, war der Wunsch des Pfarrers.

Jose Chelengara will eine neue pastorale Erfahrung machen und lebt seit Januar in Deutschland. Das „neue“ Leben in Bayern zu beginnen war nicht leicht und dafür war Pfarrer Oliparambil ein Helfer in der Anfangszeit. Seit August ist er im Pfarrverband tätig und hat nur Gutes erlebt. Er freut sich, in Halsbach wohnen zu dürfen. Martin Leitl habe ihm gleich am Anfang gesagt: „Du darfst über alles predigen, nur nicht über zehn Minuten“, ließ er auf seine heitere Art die Kirchenbesucher wissen. Die himmlische Landschaft, das schöne Pfarrhaus und der Innenraum der Kirche verzauberten den Geistlichen auf Anhieb. „Außer in Rom habe ich sonst nirgendwo so viele Statuen in einer Kirche gesehen. Wir haben eine „Heilige Gesellschaft“, fügte er humorvoll hinzu. „Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit, Sie sind meine Familie. Ich stehe zur Verfügung, wenn Sie mich brauchen“, sagte Chelengara zum Abschluss.

Dr. Jose Chelengara, Jahrgang 1962, stammt aus Südindien, studierte vier Jahre Theologie in Rom und wurde 1988 in Indien zum Priester geweiht. Er spricht fließend Englisch, Italienisch und Deutsch. Hindi, Latein, Griechisch und Hebräisch runden sein Fremdsprachen-Spektrum ab. Er promovierte in englischer Sprache und Literatur. Neben seiner 20-jährigen Priesterarbeit im indischen Bundesstaat Kerala war er u. a. Direktor der von ihm 2003 gegründeten Hochschule für 800 Kinder. 
Erfahrung in Deutschland sammelte er seit 2004, als er in den Diözesen Paderborn und Hildesheim als Urlaubsvertretung tätig war. Eigens zur Begrüßung in Halsbach reisten 22 gute Freunde aus diesen Diözesen an, um seinen neuen Arbeitsbereich kennen zu lernen. „Es ist mein Fanclub“, freute sich Jose Chelengara beim anschließenden Stehempfang und erzählte, dass ihn diese Freunde auch schon in Indien besucht haben. - Rosi Spielhofer


<< zurück