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31.10.2009 – Alt-Neuöttinger Anzeiger

In einer Schusterwerkstatt fing alles an     

Sportverein ist 50 Jahre alt - 540 Mitglieder - Jubiläumsfeier am 1. Mai 2010 - Erstes Fußballspiel: 10:3 gegen Emmerting

Halsbach. Ein Verein, der aus der Gemeinde nicht mehr wegzudenken ist, hat in diesem Monat einen runden Geburtstag gefeiert, nämlich den 50.: Die Rede ist vom SV Halsbach. Die Schusterwerkstatt von Franz Pöschl war gewissermaßen die Wiege des Vereins. Hier entstand in den Köpfen der Pioniere des Halsbacher Fußballs die Idee vom Sportverein. Hier saß man gemütlich beisammen und träumte von einem richtigen Verein. Am 17. Oktober 1959 war das Ganze schließlich spruchreif und im damaligen Gasthaus Schreiner fand die Vereinsgründung statt. Die Vorsitzenden waren der 1990 verstorbene Rudolf Anneser und Franz Pöschl, heute 81 Jahre alt.

Geschäftsführer 
seit der Gründung

Elmar Mast ist seit der Gründung Geschäftsführer des Vereins. In seiner Funktion hat er den Aufbau und die Entwicklung mitbestimmt und mitgeprägt. Im Gespräch mit der Heimatzeitung erzählt er die Erfolgsgeschichte des SV Halsbach.

Gleich nach der Gründung fanden in ausgeliehenen Dressen vom FC Kirchweidach die ersten Freundschaftsspiele statt. Das erste Spiel in Emmerting gewannen die Halsbacher gleich mit 10:3. Da man damals in Halsbach noch keinen Fußballplatz hatte, wurde vorerst nur auswärts gespielt. Die Gemeinde pachtete ein Grundstück und schon Ende November war der Fußballplatz fertig. In der Saison 1960/61 haben die Halsbacher dann in der C-Klasse zum ersten Mal an Punktspielen teilgenommen. Damals hatte der Verein 40 Mitglieder und einen Jahresbeitrag von 18 Mark.

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Die Vorsitzenden des SV Halsbach der vergangenen 50 Jahre (hinten, von links): Leo Feichtner, seit 1990 Vorsitzender, Klaus Absmaier, Elmar Mast und Albert Bartlechner sowie (vorne, von links) Willibald Eisert, Franz Pöschl und Ludwig Huber. Mittlerweile verstorben sind Rudolf Anneser, Erwin Mast und Georg Huber. (Foto: Spielhofer)

„Es war ein ganz schwerer Start. In der Schusterwerkstatt sich alles auszumalen war leicht, in der Realität sah es anders aus“, erinnert sich Franz Pöschl. Von einer Woche zur nächsten hatte er immer Bedenken, ob er für die Punktspiele eine komplette Mannschaft zusammen bekommt. Öfters musste Pöschl, der selbst nicht Fußball spielte, von umliegenden Vereinen die Fußballer ausleihen. Als Fremdenlegion bezeichnete er es humorvoll, denn hin und wieder hatte er bis zu sieben auswärtige Spieler in der Mannschaft. „Es war sehr schwierig, weil keine Nachwuchsspieler da waren“, so Pöschl. Seiner Ansicht nach war Halsbach damals noch nicht reif für einen Sportverein. Und so kam es, dass 1964 wegen Differenzen, Spielermangels und Interesselosigkeit die Mannschaft kurzfristig abgemeldet und zwei Tage später, nach interner Klärung der Lage, wieder angemeldet wurde.

1976 bekam der SV Halsbach seine erste Satzung. Zweck des gemeinnützigen Vereins war damals, die Gelegenheit zu geregelter sportlicher Betätigung zu geben. „Alle sportlichen Übungen dienen der sittlichen Ertüchtigung“, ist zu lesen. Die Vereinsfarben sind Weiß und Schwarz. Bei Rechte und Pflichten steht geschrieben: „Es ist Ehrensache, an jeder Versammlung teilzunehmen“ und „die wöchentlichen Trainings- und Übungsmöglichkeiten sind von allen aktiven Mitgliedern zu besuchen“.

1981 entstanden in Eigenleistung die Asphaltbahnen im Schulhof und der neue Sportplatz auf einem von der Gemeinde gepachteten Grundstück. Das Spektrum des bis dahin reinen Fußball-Vereins vergrößerte sich mit neuen Abteilungen und somit auch die Mitgliederzahl. 1980 kam der Stocksport hinzu, 1986 das Frauenturnen, 2002 Ski und 2006 Volleyball. Groß geschrieben wird im SV Halsbach die Jugendarbeit, in der Hauptsache im Fußball und Stocksport. Die Abteilung Ski bietet jedes Jahr Kinder-Skikurse an.

„Es gab Höhen und Tiefen, die Zusammenarbeit mit den Vorständen, den Abteilungsleitern sowie mit der Gemeinde war immer sehr gut“, fasst Elmar Mast die vergangenen 50 Vereinsjahre zusammen. Mit 540 Mitgliedern bei 955 Einwohnern ist der SV der größte Verein in Halsbach und Zeichen dafür, dass der Club und somit die Arbeit der Verantwortlichen in hohem Maße anerkannt ist.

Neubau wird im 
Frühjahr fertig

Höhepunkt der Erfolgsgeschichte ist die derzeit im Bau befindliche Sport- und Stockschützenhalle mit geplanter Fertigstellung im Frühjahr nächsten Jahres. „Dann wird alles zusammen gefeiert, Jubiläum und Neubau“, sagt Elmar Mast freudig. Festgottesdienst und Festabend sind für den 1. Mai 2010 geplant.
Noch eine kleine Anekdote zum Schluss. In der Halsbacher Chronik ist zu lesen, dass der Gemeinderat 1959 von den Sportlern nicht viel wissen wollte. Denn auf das Gesuch um einen Zuschuss zum Herrichten eines Sportplatzes hin bekam der Verein nur 100 Mark. Heute, im Wandel der Zeit, baut die Gemeinde für die Sportfreunde zwei Sportstätten und die Kosten gehen in die Millionen - Euro versteht sich.  -  Rosi Spielhofer

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