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09.05.2009 – Alt-Neuöttinger Anzeiger

Von Alpha bis Omega

Halsbacherin gestaltet seit 25 Jahren mit den Kindern Kommunionkerzen

Halsbach. Das Thema „Kommunionkerze“ der Erstkommunionkinder in der Pfarrei Halsbach übernimmt seit 25 Jahren Annemarie Freudlsperger. Vom Besorgen der Kerzen, Weihe, Verzieren bis hin zur Wertevermittlung, sozusagen von Alpha bis Omega, liegt in den Händen der 62-jährigen Austragsbäuerin vom Brandlhof. Im Gespräch mit dem Anzeiger erzählt sie über diese schöne Arbeit und die alljährlich neue Herausforderung, die sie mit großer Freude erfüllt.

Angefangen hatte alles, als der damalige Ortspfarrer Max Eckl den Wunsch nach selbst verzierten Kommunionkerzen äußerte. Annemarie Freudlsperger, die zum Ausgleich neben ihrer bäuerlichen Arbeit gerne bastelt, gestaltet und dekoriert, zögerte nicht lange und erklärte sich bereit, diese Aufgabe zu übernehmen. Mit großer Anerkennung und Wertschätzung dieser Arbeit in der Pfarrgemeinde ist die „Annemie“ im Laufe der Zeit zu einer Institution geworden.

Annemarie Freudlsperger ist es ein großes Anliegen, dass die Kinder die Kerzen selbst verzieren und den Sinn der christlichen Symbole verstehen und anerkennen. Das Kreuz als Mittelpunkt des Lebens, der Kelch, das Brot und der Wein sind die Symbole der Erstkommunion. Deshalb arbeitet sie in kleinen Gruppen mit jeweils maximal fünf Kindern. Sie erklärt wie es gemacht wird und gibt die eine oder andere Hilfestellung. „Die Kinder sind sehr fleißig, sie sind konzentriert und gestalten individuell nach eigenen Vorstellungen ihre Kerzen. Schon nach zwei Stunden intensiver Arbeit sind die Kerzen fertig und alle freuen sich über die entstandenen Kunstwerke“, erzählt sie. Keines der Kinder ist dazu verpflichtet, die Kommunionkerzen können auch anderweitig besorgt werden. Dies ist aber bislang noch nicht vorgekommen. Die Mütter sind froh und dankbar, dass sie während der doch sehr umfangreichen Erstkommunion-Vorbereitung das Thema „Kerze“ in den besten Händen von der „Annemie“ wissen.

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Jede Kerze ist ein Unikat. Annemarie Freudlsperger zeigt ihre gut gehüteten Musterkerzen. (Foto: Spielhofer)

Bereits am Jahresanfang bestellt Annemarie Freudlsperger die Kerzen und das Material zum Verzieren. Wachsplatten in verschiedenen Farben für die Motive, Verzierwachsborten von Brokatgold bis Hochgold für Strahlen oder feine Umrandungen der Motive. Als Tropfenfänger verwendet sie kleine Buchskränzchen. An Mariä Lichtmess, wenn die Erstkommunionkinder bei einem Gottesdienst vorgestellt werden, bringt sie die Kerzen zur Weihe in die Kirche. Die Termine fürs Verzieren bei ihr zuhause werden etwa drei Wochen vor der Erstkommunion gelegt.

Der Erstkommuniontag schließlich ist auch für Annemarie Freudlsperger ein Freudentag. Es berührt sie jedes Jahr aufs Neue, wenn die Mädchen und Buben mit ihren schönen Kerzen in die Kirche einziehen. Und sie freut sich darüber, dass sie wieder einmal ein bisschen mitgeholfen hat, dass dieser große Tag für Kinder und Eltern ein schöner geworden ist.  - rs


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